Kirche

 

Die Nikolauskirche

Dendrologische Untersuchungen zeigen, dass der Turmsockel möglicherweise um 1265/70 errichtet wurde. Es ist jedoch auch möglich, dass das untersuchte Holz erst nachträglich an diese Stelle kam und somit besteht bezüglich dieses Datums keine Sicherheit. Im späten 15. Jahrhundert wurde diese Kirche auf die heutige Größe erweitert. 1904 Restauration und Umbau unter der Leitung von Heinrich Dolmetsch aus Stuttgart. Er war zu dieser Zeit einer der berühmtesten Experten auf diesem Gebiet. Die trapezförmige Decke und das Schriftband mit dem Bibelzitat aus Psalm 100 sind typisch für Dolmetsch.

 

Kirche, Pfarrhaus, Pfarrgarten, Pfarrwiese, Pfarrscheuer mit Hof und der ummauerte Kirchhof bilden zusammen ein denkmalgeschütztes Ensemble.

Der hochgotische Chor

Der Chor wurde 1515, zur Zeit der beginnenden Reformation , fertig.

Das mittlere, dreibahnige Glasfenster mit Darstellungen aus dem Leben Christi wurde von dem Glasmaler Gustav van Treeck geschaffen und 1904 von der Firma Leutze in Owen gestiftet. Die beiden äußeren Fenster sind mit Blättermotiven geschmückt. Sehr schön ist auch der Sternenhimmel mit den beiden Schlusssteinen der Chorbögen „Sonne und Mond“.

Die Holzempore

Die neugotische Holzempore aus dem Jahr 1844, war zuvor in der Stadtkirche von Bad Cannstatt eingebaut. Zwei ältere Pfeiler (1616) sind besonders reich verziert.

 

 

Christus auf dem Palmesel

„Christus auf dem Palmesel“, entstanden gegen Ende des 15. Jahrhunderts, einzigartig in einer  evangelischen Kirche.

Bei der Prozession am Palmsonntag wurden ab dem 11. Jahrhundert  statt   echter Esel,  die bockig sein konnten, geschnitzte Figuren auf einem Wagen   mitgeführt. Der zugehörige Wagen ist nicht mehr vorhanden.

Der Ölberg

An der Südseite des Turms befindet sich der „Ölberg“, vermutlich aus der Zeit um 1505/10. Das Kunstwerk zeigt Jesu im Garten Gethsemane. Ähnlich gestaltet ist der Ölberg an der Kirche in Neuffen.

Die mittelalterlichen Fresken

1904 wurden die aus der Zeit um 1370 stammenden Wandmalereien freigelegt.  Sie stellen die „Heilige Sippe“ und das Jüngste Gericht dar.

 

Nikolaus

Die barocke Figur des Nikolaus steht in einer Mauernische an der Turmseite der Kirche. Sie entstand in Oberschwaben. Die Nikolausfigur ist eine private Stiftung.

Die Altarflügel und die Predella

Die Tafeln mit den Heiligenbildern im Chor sind Nachbildungen der in den staatlichen Museen noch vorhandenen, aber stark beschädigten Tafeln.

 

Die Gruol Orgel

Um 1839 von  Johann Victor Gruol aus Bissingen, einem der bedeutendsten Orgelbauern der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, 1978/79 restauriert. Es wurden dabei Teile einer gleich alten Gruol-Orgel aus Reutlingen-Sondelfingen verwendet. Die Rekonstruktion dieser Denkmalorgel aus zwei Orgeln des gleichen Orgelbauers ist einmalig.

Die Glocke

Die große Glocke von 1430 ist das älteste Kunstwerk der Kirche. Sie wiegt 21 Zentner.

 

 

Die Arche

Der Künstler, Günter Kretzschmar, der diese schöne Arche geschaffen hat, wohnt in Beuren/Balzholz.

Quellen:

 

Beuren und Balzholz, Die Geschichte einer Gemeinde am Fuß der Schwäbischen Alb. Markstein Verlag 2004

 

Dietrich Braun, Nikolauskirche Beuren, 800 Jahre erlebte Geschichte, Neckar-Verlag 1988